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Kontaktlinsen bei Hornhautverkrümmung – was taugen torische Linsen?

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Kontaktlinsen bei Hornhautverkrümmung — was taugen torische Linsen?

Hornhautverkrümmung ist weit verbreitet. Schätzungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft zufolge hat etwa jeder zweite Brillenträger einen klinisch relevanten Astigmatismus — viele wissen davon gar nichts. Wer dann zum ersten Mal über Kontaktlinsen nachdenkt, stößt schnell auf dieselbe Frage: Geht das eigentlich bei Hornhautverkrümmung?

Ja. Mit torischen Kontaktlinsen. Aber nicht jede Linse aus dem Online-Regal passt, und nicht jeder Astigmatismus lässt sich gleich einfach korrigieren. Dieser Ratgeber erklärt, wie torische Linsen funktionieren, wann sie wirklich nötig sind und warum eine professionelle Anpassung durch Meisteroptiker den Unterschied zwischen scharfem Sehen und ständigem Unbehagen ausmacht.

Einen ausführlichen Überblick über torische Linsen als Technologie finden Sie in unserem separaten Ratgeber zum Thema torische Kontaktlinsen.

Hornhautverkrümmung und Kontaktlinsen: warum normale Linsen nicht reichen

Die Hornhaut bildet die äußere Lichteintrittsfläche des Auges. Im Idealfall ist sie kugelförmig. Bei Hornhautverkrümmung (medizinisch: Astigmatismus) ist sie in einer Achse stärker gekrümmt als in der anderen. Das Ergebnis: Licht wird nicht in einem einzigen Punkt auf der Netzhaut gebündelt, sondern an zwei versetzten Brennlinien. Konturen wirken unscharf oder verzerrt.

Beim Brillenträger löst ein zylindrisches Glas das Problem zuverlässig, weil die Brille fest im Rahmen sitzt und sich nicht bewegt. Eine Kontaktlinse liegt direkt auf der Hornhaut, und sie dreht sich. Eine normale sphärische Linse korrigiert nur den Sphären-Anteil der Sehschwäche, nicht den Zylinderanteil.

Der Wert, der die Stärke Ihrer Hornhautverkrümmung angibt, steht als CYL (Zylinder) in Ihrem Brillenpass. Bei CYL -0,75 und weniger kommen manche Menschen noch gut mit sphärischen Linsen zurecht. Ab CYL -1,00 sind torische Linsen in den meisten Fällen klar empfehlenswert, ab CYL -2,00 fast immer notwendig.

Wie torische Linsen funktionieren: Achslage und Stabilisierungssystem

Torische Kontaktlinsen sind speziell geschliffene Linsen mit unterschiedlichen Brechkräften entlang zweier Achsen. Damit diese doppelte Korrektur wirkt, muss die Linse in einer definierten Position auf der Hornhaut verbleiben.

Das verbreitetste Verfahren ist die prismatische Ballastierung: Die Linse ist an der Unterseite leicht dicker, was sie durch die Schwerkraft in der richtigen Lage hält. Andere Systeme nutzen dünne Stabilisierungszonen an den Seiten. Welches System für welche Hornhautform am besten funktioniert, zeigt erst der Test am Auge.

Die Achslage einer torischen Linse wird als AXIS angegeben, typischerweise zwischen 0 und 180 Grad. Schon eine Abweichung von 10 bis 15 Grad kann die Sehqualität spürbar verschlechtern. Das ist einer der Gründe, warum die Anpassung torischer Linsen mehr Zeit und Erfahrung erfordert als bei sphärischen Linsen.

Tages- oder Monatslinsen bei Astigmatismus: ein Vergleich

Torische Tageslinsen sind die hygienisch unkomplizierteste Lösung. Morgens einsetzen, abends in den Abfall. Kein Pflegemittel, kein Behälter, kein Schimmelrisiko im Etui. Für Gelegenheitsträger, Allergiker oder Menschen mit trockenen Augen sind sie häufig die bessere Wahl.

Torische Monatslinsen sind für tägliche Kontaktlinsenträger meist die wirtschaftlichere Option. Sie werden jeden Abend gereinigt und aufbewahrt, nach vier Wochen Tragedauer entsorgt. Nicht jedes Pflegemittel ist mit jedem Linsenmaterial kompatibel — Ihr Meisteroptiker gibt Ihnen eine abgestimmte Empfehlung.

Für beide Varianten gilt: Die Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk/t-Wert) des Materials beeinflusst die Hornhautgesundheit erheblich, besonders wenn Sie die Linsen täglich viele Stunden tragen. Silikon-Hydrogel-Materialien schneiden hier deutlich besser ab als älteres Hydrogel.

Unsere Tageslinsen für Hornhautverkrümmung

Worauf bei der Anpassung wirklich ankommt

Kontaktlinsen bei Astigmatismus sind kein Fall für die Selbstbestimmung anhand des Brillenpasses. Ein Brillenpass enthält zwar CYL und AXIS, aber Kontaktlinsenwerte und Brillenwerte unterscheiden sich. Eine direkte Übertragung des Brillenpasses auf die Kontaktlinse ist bei vielen Patienten nicht korrekt.

Eine professionelle Kontaktlinsenanpassung umfasst:

  • Keratometrie — genaue Messung der Hornhautkrümmung in beiden Achsen
  • Tränenfilm-Beurteilung — trockene Augen vertragen manche Materialien schlechter als andere
  • Testlinsen am Auge — Stabilisierungsverhalten bei Lidschlag und Blickbewegung prüfen
  • Überrefraktion — ist mit der Testlinse am Auge tatsächlich gute Sehschärfe erreichbar?
  • Kontaktlinsenpass — erst nach bestandener Anpassung erhalten Sie dieses Dokument

Dieser Kontaktlinsenpass enthält alle Werte, die Sie für Nachbestellungen brauchen, auch im Online-Shop.

Unsere Meisteroptiker führen Kontaktlinsenanpassungen routinemäßig durch, auch bei höheren Zylinderwerten. In allen fünf Fachgeschäften steht geschultes Fachpersonal für die Erstanpassung zur Verfügung: in Zörbig, in Leipzig bei guggsdugud Augenoptik, in Ditzingen, in Gerlingen sowie in Rosenheim bei Buchecker Optik.

Tipps für den Alltag mit torischen Linsen

Wer torische Linsen zum ersten Mal trägt, stellt manchmal fest, dass das Einsetzen etwas mehr Geduld erfordert als bei sphärischen Linsen.

Einsetzen: Achten Sie auf den Markierungspunkt, den viele Hersteller an der unteren Linsenkante anbringen. Er hilft Ihnen zu erkennen, ob die Linse richtig sitzt oder sich beim Aufsetzen gedreht hat.

Sehen beim Blinzeln: In den ersten Tagen kann es vorkommen, dass das Bild kurz nach einem Lidschlag leicht verschwommen ist und sich dann wieder scharf stellt. Das ist normal. Hält die Unschärfe länger als wenige Sekunden an, sollte die Anpassung überprüft werden.

Trockene Augen: Bei langen Bildschirm-Arbeitszeiten oder in klimatisierten Räumen können torische Linsen trockener werden. Augentropfen ohne Konservierungsmittel helfen. Ihr Meisteroptiker berät Sie, welche Tropfen linsenschonend sind.

Tragezeiten einhalten: Linsen nach der empfohlenen Tragedauer wechseln, nicht länger als vom Hersteller angegeben tragen.

Kontrolle nach sechs Wochen: Beim ersten Tragen torischer Linsen gilt eine Kontrolluntersuchung nach sechs bis acht Wochen als Standard — danach genügt in der Regel eine jährliche Kontrolle.

Häufige Fragen zu Kontaktlinsen bei Hornhautverkrümmung

Bei den meisten Stärken des Astigmatismus ja. Torische Kontaktlinsen sind in einem breiten Bereich von Zylinderwerten erhältlich. Bei sehr hohen Werten ab CYL -3,00 gibt es formstabile Kontaktlinsen als Alternative. Unsere Meisteroptiker prüfen das im Anpassungsgespräch.

Nein, nicht ohne eine vorherige Kontaktlinsenanpassung. Brillenpasswerte und Kontaktlinsenwerte sind nicht identisch. Erst nach der Anpassung erhalten Sie einen Kontaktlinsenpass mit CYL, AXIS, Basiskurve und Durchmesser.

Die Kosten unterscheiden sich je nach Aufwand und Leistungsumfang. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nur bei bestimmten Indikationen. Für eine genaue Auskunft sprechen Sie unsere Filialen direkt an.

In der Sehleistung stehen moderne torische Tageslinsen ihren Monats-Pendants in nichts nach. Der Unterschied liegt im Komfort-Empfinden, im Hygiene-Aufwand und in den Kosten je nach Traughäufigkeit.

Die meisten Träger berichten nach zwei bis drei Wochen von einem sichereren Gefühl beim Einsetzen. Bestehen nach vier Wochen noch Unsicherheiten, ist ein Kontrolltermin bei unseren Meisteroptikern sinnvoll.

Persönliche Beratung vor Ort

Torische Kontaktlinsen funktionieren, vorausgesetzt sie sitzen richtig und wurden fachgerecht angepasst. Unsere Meisteroptiker führen Kontaktlinsenanpassungen mit professioneller Keratometrie durch, in der eigenen Werkstatt, ohne Wartezeiten durch externe Dienstleister.


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