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Multifokale Kontaktlinsen – Gleitsicht ohne Brille

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Ratgeber

Multifokale Kontaktlinsen – für klares Sehen in allen Entfernungen

Ab Mitte 40 verliert die Augenlinse an Elastizität. Nahe Objekte werden unscharf – das ist Presbyopie, ein natürlicher Alterungsprozess. Multifokale Kontaktlinsen bieten eine Alternative zur Gleitsichtbrille: Sie korrigieren Ferne und Nähe gleichzeitig, ohne dass eine Brille nötig ist.

Sind multifokale Kontaktlinsen eine Alternative zu meiner Gleitsichtbrille?

Dieser Ratgeber erklärt, wie multifokale Linsen funktionieren, für wen sie geeignet sind und was eine professionelle Anpassung ausmacht. Unsere Meisteroptiker beraten Sie in allen fünf Fachgeschäften und nehmen sich für die Erstanpassung ausreichend Zeit.

Auf einen Blick

  • Multifokale Kontaktlinsen nutzen konzentrisch angeordnete Zonen für Fern-, Mittel- und Nahbereich – das Gehirn lernt, die jeweils passende Zone zu nutzen.
  • Die Linsen sind nicht für jeden geeignet: Bei sehr hohen Additionswerten oder reduzierter Kontrastempfindlichkeit stoßen sie an Grenzen.
  • Die Eingewöhnungsphase beträgt zwei bis vier Wochen – in dieser Zeit keine endgültige Entscheidung treffen.

Was ist Alterssichtigkeit – und warum verändert sich das Sehen?

Presbyopie ist ein natürlicher Alterungsprozess: Die Linse des Auges verliert ab Mitte 40 an Elastizität und kann nicht mehr ausreichend krümmen, um nahe Objekte scharf abzubilden. Bücher müssen weiter entfernt gehalten werden, feine Texte werden unscharf. Das lässt sich weder verhindern noch rückgängig machen – aber es lässt sich gut korrigieren.

Neben der Gleitsichtbrille sind multifokale Kontaktlinsen eine der bewährten Lösungen. Sie erfordern eine etwas aufwendigere Anpassung als Standardlinsen, bieten aber für viele Trägerinnen und Träger einen deutlichen Gewinn an Alltagsfreiheit.

Wie funktionieren multifokale Kontaktlinsen?

Multifokale Linsen nutzen das Simultanprinzip: Die Linsenoberfläche ist in konzentrische Zonen aufgeteilt, die unterschiedliche Brechkraft haben. Eine Zone ist für den Fernbereich ausgelegt, eine für den Nahbereich, dazwischen liegt eine Übergangszone für mittlere Distanzen. Beide Zonen sind gleichzeitig auf der Hornhaut aktiv.

Das Gehirn lernt mit der Zeit, die jeweils passende Zone zu nutzen und die andere Zone auszublenden. Dieser Lernprozess braucht Zeit – deshalb ist eine Eingewöhnungsphase von zwei bis vier Wochen normal. In dieser Phase sollte keine endgültige Entscheidung für oder gegen die Linsen getroffen werden.

Wichtig: Multifokale Linsen bieten nicht dasselbe glasklare Nahsehen wie eine gut angepasste Gleitsichtbrille. Das Simultanprinzip erfordert Kompromisse – wer höchste Nahsehschärfe benötigt, etwa beim präzisen Handarbeiten, greift besser zur Lesebrille.

Für wen sind multifokale Kontaktlinsen geeignet?

Gut geeignet sind multifokale Linsen für bestehende Kontaktlinsenträger, bei denen die Alterssichtigkeit beginnt. Ebenso für Personen, die keine Gleitsichtbrille tragen möchten, und für aktive Menschen, die Brille und Lesebrille im Alltag als unpraktisch empfinden.

Weniger geeignet sind sie bei sehr hohen Additionswerten (ADD +2,50 und mehr) oder bei reduzierter Kontrastempfindlichkeit. In diesen Fällen kann die Gleitsichtbrille das bessere Ergebnis liefern.

Der Additionswert und die Linsenklassen

Der Additionswert (ADD) gibt an, wie viel zusätzliche Brechkraft für den Nahbereich nötig ist. Er liegt typischerweise zwischen +0,75 und +3,00. Multifokale Linsen sind in drei Klassen erhältlich: LOW Add, MID Add und HIGH Add. Die richtige Klasse hängt von Ihrem aktuellen Additionswert ab, den Ihre Meisteroptiker im Sehtest bestimmen.

Professionelle Anpassung ist Pflicht

Multifokale Linsen sind komplexer anzupassen als Standardlinsen. Die Anpassung umfasst neben den üblichen Parametern (Basiskurve, Durchmesser, Stärke) auch die Wahl der richtigen Add-Klasse und eine Trageprobe mit Komfort-Beurteilung. Planen Sie für den Anpasstermin 60 bis 90 Minuten ein.

Unsere Meisteroptiker in Zörbig, Leipzig, Ditzingen, Gerlingen und Rosenheim führen multifokale Linsenanpassungen durch. Bringen Sie Ihren aktuellen Brillenpass oder Kontaktlinsenpass mit. Die Kosten für die Linsen sind je nach Typ und Marke verschieden – sprechen Sie uns gern an.

Häufige Fragen zu multifokalen Kontaktlinsen

Ja. Es gibt multifokale Kontaktlinsen sowohl als Tageslinsen als auch als Monatslinsen. Tageslinsen eignen sich besonders für Gelegenheitsträger, Allergiker oder Personen, die keinen Pflegeaufwand möchten.

Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen, in denen das Gehirn lernt, die verschiedenen Sehzonen der Linse automatisch zu nutzen. In dieser Zeit kann das Sehen leicht schwankend wirken. Erst danach sollte eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Nein. Für alle weichen Kontaktlinsen gilt: täglich herausnehmen zum Schlafen. Ausnahme sind spezielle Orthokeratologie-Linsen, die ausdrücklich für das Tragen über Nacht ausgelegt sind – das sind aber keine multifokalen Linsen im üblichen Sinne.

Multifokale Linsen liegen im höheren Preissegment als einfache Korrektionslinsen. Die genauen Kosten hängen von Marke, Linsentyp (Tages- oder Monatslinsen) und Additionsklasse ab – sprechen Sie uns gern an, wir beraten Sie zu den passenden Optionen.

Das ist möglich und manchmal sinnvoll – etwa wenn Sie für besondere Nahsehaufgaben die volle Leseschärfe einer Brille benötigen. Unsere Meisteroptiker helfen Ihnen, eine Kombination zu finden, die zu Ihrem Alltag passt.

Bei sehr hohen Additionswerten (ADD +2,50 und mehr) stoßen multifokale Linsen an ihre Grenzen. Das Simultanprinzip kann dann nicht mehr ausreichend Nahsehschärfe liefern. In diesen Fällen empfehlen unsere Meisteroptiker oft die Gleitsichtbrille als Hauptlösung.

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